Tag Archive for 'zeitgeist'



Informationsrückschritt

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Nils hat bei der Zeit einen netten Artikel über die angeblichen genetischen Unterschiede von Mann und Frau ausgegraben. Darin wird anhand von ein paar Beispielen aufgezeigt, wie hinfällig diese Vorurteile sind. Trotzdem wird sich eine überwältigende Mehrheit weiterhin an Binsenweisheiten wie “Männer können nicht zuhören” und “Frauen kaufen immer nur Schuhe” klammern.

Schlimm genug das ganze, doch besonders im oft bemühten, sogenannten GoogleInformationszeitalter. Und die Geschlechterstory ist da kein Einzelfall. Mein Lieblingsbeispiel ist da der falsche Gebrauch des Wortes “Hacker” (die in der Öffentlichkeit als digitale Terroristen wahrgenommen werden). Ein weiteres, aktuelles Beispiel ist die Behauptung, Wikipedia müßte in den nächsten 3 Monaten dicht machen. Aber warum halten sich solchen Scheinfakten besser und hartnäckiger als die eigentlichen Informationen? Sind sie verkaufsträchtiger? Leichter verdaulich? Schließlich müßte man dann unterscheiden zwischen Hackern und Crackern oder sich vor Augen führen, daß Wikipedia auf Spenden angewiesen ist, sonst könnten sie ihre Rechnungen nicht mehr begleichen.
Sind wir also eigentlich immer noch im Mittelalter, wenn’s um echte Fakten geht? Vielleicht nicht ganz, vielleicht haben wir uns schon einen Tick weiterentwickelt und wir würden heute eher so eine Behauptung aufstellen, wie

Die Welt ist eine DVD.

Edmund der Zerstoiber

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Es hat sich ausgestoibert, im Herbst. Dafür wird dann wahrscheinlich gehubert und gebecksteint. Besser?

Festliche Vorfreude

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Irgendwie will sich bei mir nicht so recht eine festliche Vorfreude einstellen in diesem Jahr. Ist das ein Zeichen dafür, daß man endgültig erwachsen geworden ist? Passé die Tage, an denen man sich schon Mitte November nichts sehnlicher gewünscht hat als das letzte Türchen des Adventskalenders aufzumachen? Jedenfalls hatte ich dann gestern doch noch einen kurzen Anflug von Weihnachtsgefühl: In der Saarbahn knisterten die Heizlüfter wärmeverbreitend vor sich hin. Wie einstimmend. Man wird echt bescheiden.

Person of the Year

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TIME Person of the YearAlle Jahre wieder kürt das TIME Magazine den Menschen, der die Welt am entscheidendsten geprägt hat, zur Person of the Year. Dabei gab es auch immer wieder äußerst kontroverse Entscheidungen, wie 1936 Adolf Hitler oder 1979 Ayatollah Khomeini. Besonderen Aufruhr gab es im Jahre 2001, als bekannt wurde, daß Osama Bin Laden den Titel bekommen sollte, was zwar makaber aber nur folgerichtig gewesen wäre. Doch es wurde New Yorks Bürgermeister Giuliani.

Seither hat diese Ehrung einiges an Reputation verloren, doch nun hat sie sich selbst abgeschafft. In diesem Jahr wurde die gesamte Menschheit geehrt. Also, naja, nicht wirklich die ganze. Zwar steht auf dem Titel fett “You.” Doch wenn man genauer hinliest, sind nur Leute gemeint, die Zugang zum Internet haben, das sind gerade mal ein Sechstel. Daher finde ich diese Ehrung ein wenig kurzsichtig und naiv.

Dafür hat die Redaktion der TIME jetzt einen entscheidenden Vorteil: Sie können sich in den nächsten 20 Jahren die Arbeit mit der Suche nach der “Person of the Year” sparen, den erst dann gibt es wieder genügend neue Kandidaten.

MoMB

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Neben dem MoMA gibt es jetzt auch das MoMB, das Museum of Modern Betas. Sehr zeitgeistig und wirklich mal eine nette Idee.

Problemkult

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Andreas fordert den Rücktritt eines Nulli-Kulti. Ich aber fordere ein Verbotsverfahren der CDU. Denn: man denkt heute nicht mehr über Probleme nach, man verbietet sie einfach!

4th World Water Forum

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4th World Water ForumEs überrascht mich immer wieder, wie eigentlich wichtige Ereignisse so völlig im Nachrichtenwust untergehen, wie etwa das World Water Forum jetzt vor ein paar Tagen in Mexiko. Wenn von einigen neo-liberalen Politikern mehr oder weniger offen über die Privatisierung der Wasserspeicher dieses Planeten nachgedacht wird, so sollte man doch meinen, daß auch über solche Konferenzen etwas mehr als gar nicht berichtet wird. Wahrscheinlich liegt es aber leider wohl daran, daß außer einer tollen Absichtserklärung der zuständigen Minister nicht viel bei solchen Treffen bei raus kommt. Was wirklich schade ist.

Schubladendenken

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Toilettentechnisch gesehen gibt es 3 Kategorien von Männern, nämlich solche, die:

  1. die Türe schließen,
  2. die Türe sperrangelweit offenstehen lassen, und
  3. der Tür nur einen kleine Schubs geben, sodaß sie leicht gegen das Schloß schlägt und wieder aufgeht.

Am ärgerlichsten sind natürlich die Typen aus Kategorie 2. Aber genauer betrachtet finde ich die Leute aus der 3 am nervigsten, denn sie tun so, als ob sie die Tür wirklich zumachen wollen, sind aber zu faul, sie ganz zuzuziehen. Wie mich das aufregen könnte! Ich frag mich dann immer, ob sich diese Kerle selber gern beim Pinkeln zusehen und -hören. Man wird es wohl nie erfahren und es wird auch kein einziges “Türe bitte schließen” in der schönsten Plastikhülle was dran ändern können. Fröhliches Plätschern!

Chapeau, Herr Schröder, chapeau!

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Das war nicht nur eine Überraschung, was Franz Müntefering da am Wahlabend bekanntgab, das war ein Paukenschlag. Zum einen kommt es ja nicht sonderlich oft vor, daß der Bundestag aufgelöst und Neuwahlen stattfinden sollen. Zum anderen kommt es noch seltener vor, daß in der Politik so weitreichende Konsequenzen gezogen werden. Die Entscheidung des Kanzlers, seine Regierung zur Disposition zu stellen zeugt von einer ungewöhnlichen Auffassung von politischer Verantwortung. Natürlich ist das ganze natürlich auch ein genialer Schachzug. Die Meldungen vom “historischen Wahlsieg” der CDU werden hinweggeschwemmt von den sich überschlagenden Ereignissen in Berlin und die Regierung erwischt die CDU auf kaltem Fuße. Jetzt darf sie auf einmal nicht mehr nur stänkern und die Dinge schwarzmalen (!), nein, jetzt muß sie auf einmal echte Konzepte und Alternativen anbieten. Die schwierige Frage, die sich aber stellt, ist, ob so ausreichend viele Wähler das bemerken werden und nicht nur blind den Wechsel wollen. Wenn die Koalition dies deutlichen machen kann, dann hat sie eine reelle Chance im September, doch noch einmal wiedergewählt zu werden. Der Anfang ist schon gemacht.




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