
Letzte Woche schon waren Liza und ich in einer Ausstellung des japanischen Photographen Hiroshi Sugimoto in der Neuen Nationalgalerie. Als wir dort ankamen, waren wir erst ein wenig verunsichert, da wir die Kasse nicht gefunden haben. Nachdem wir aber unsere Taschen abgeben hatten, haben wir uns ein Herz gefasst und sind einfach so in die Ausstellung. Allerdings rutschte uns immer das Herz in die Hose, wenn einer der Aufseher Anstalten machte, auf uns zuzugehen.
Viele der Bilder, und vor allem die Gedanken dahinter, waren schon sehr interessant. Das Bild oben z.B. ist leider nicht “echt”, sondern es zeigt einen ausgestopften Eisbären; die Szene ist eigentlich ein großer Schaukasten in einem Museum, wo man sofort sieht, daß alles nicht echt ist. Doch ich fand es total verblüffend, wie real das Bild wirkt. Ganz ähnlich verhält es sich mit den Portraits von Wachsfiguren aus Madame Tussauds. Das erste Bild dieser Art, das ich gesehen hatte, zeigte den früheren japanischen Kaiser Hirohito. Und ich dachte wirklich, das sei er selbst. Das war nicht zu fassen.
Die restlichen Bilder, wie etwa die Seelandschaften oder die langzeitbelichteten Kinosäle waren auch ganz nett, fand ich aber im Gegensatz zu den anderen eher unspannend. Nochmal ganz interessant war der Film, der ganz am Ende (oder Anfang, je nach dem) gezeigt wurde. Dort hat Sugimoto selber ein wenig über seine Gedanken und Motivation gesprochen, die hinter seinen Bildern steckt. Das war dann nochmal ganz erhellend und stellte auch einen Kontext zu den Bildern her, den man so wahrscheinlich nicht bekommen hätte.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 5. Oktober. Geht am besten sonntags, vielleicht ist es da wieder umsonst, auch wenn es dann sicherlich etwas voller sein dürfte.

Heute morgen haben Liza und ich das traumhafte Wetter dazu genutzt, im Freien zu frühstücken. Im Hauptbahnhof haben wir uns mit leckeren Wraps, Joghurts und Kaffee ausgestattet und sind dann noch die 500 m weiter zum Reichstag gelatscht, um uns dort auf die Wiese zu flacken. Die Wraps vom Obsttresen waren leider eine Enttäuschung (schmeckten ziemlich lasch; zum Glück hatte Liza Salz bei Burger King mitgehen lassen), dafür waren die Joghurts sehr lecker und fruchtig. Nachdem wir alles aufgemampft hatten, lagen wir noch auf der großen Wiese rum und haben uns ein wenig in der Sonne backen lassen. Ein sehr gemütlicher Wochenausklang, würde ich mal sagen.
Published on June 1, 2008.
Tags: berlin.
Endlich haben Liza und ich einen weiteren Schritt in Richtung abgeschlossene Einrichtung unsere neuen Wohnung in Berlin getan und die Küche gestrichen. Da die gesamte Wohnung erst vor unserem Einzug komplett weiß gestrichen wurde, wollte wir dann doch zumindest hier einen kleinen Farbtupfer hinhaben. Nach ungewöhnlich kurzem Hin und Her haben wir uns für ein saftiges Grün entschieden. Und dankenswerter Weise ging das Streichen dann auch recht schnell, so daß wir heute mittag bereits unser erstes Mahl in der neuen Küche einnehmen konnten. Und um diesbezüglichen Fragen gleich vorzubeugen: Nein, diese Farbe hat auf das Essverhalten keinerlei Auswirkungen!
Am Samstag waren Liza und ich im English Theatre in der Nähe vom Platz der Luftbrücke und haben uns “The Harvest Chamber” von Ashley Brandt angesehen. Das Stück spielt 100 Jahre in der Zukunft, in der Menschen nur noch mit Maschinen interagieren und direkter Kontakt als ekelerregend gilt. Doch die menschliche Spezies dem Untergang geweiht ist, da sie keine Nachkommen mehr zeugen. Deshalb sollen GI7849 und GI3319 (in dieser Welt man hat keine Namen mehr) eine schwierige Aufgabe erfüllen, die mit vielen Hindernissen verbunden ist: einen Nachkommen zeugen.
Das Stück enthält viele kleine, gut platzierte Spitzen gegen die zunehmende Technisierung unseres alltäglichen Lebens, besonders im Hinblick auf die steigende Vernetzung und die Verlagerung menschlicher Kontakte und Beziehungen in die binäre Dimension. Interessant ist auch, dass Sexualität, ganz im Gegensatz zu heute, absolut negativ belegt ist, sogar der geringste Hautkontakt schon eine Reizüberflutung darstellt. Auch wenn viele Szenen durchaus komisch wirken, haben sie doch fast durchwegs einen recht ernsten Hintergrund, der zum Nachdenken und Hinterfragen anregt.
Doch das Stück ist nicht einfach nur plumper Kulturpessimismus, sondern identifiziert genau die Schwachstellen der digitalen Realität. Nämlich, dass der Mensch trotz (oder gerade wegen) der enormen kommunikativen Möglichkeiten, die uns die moderne Technologie bietet, es zusehends verlernt, menschlich zu interagieren.
Leider ist das Stück nicht mehr zu sehen, am Samstag war die letzte Vorstellung. Wie ich aus geheimen Quellen erfahren habe, könnte es im Herbst zu einer Wiederaufnahme des Stücks kommen. Sobald ich was Genaueres weiß, gibt’s hier nochmal ein kleines Update.
Wegen zweierlei Updates gab’s hier in den letzten Wochen leider nichts neues zu lesen. Zum einen haben Liza und ich unseren Wohnort gewechselt, wir sind nämlich jetzt in Berlin, wo wir auch arbeiten. Zum anderen habe ich letztes Wochenende Wordpress auf den neuesten Stand bringen wollen, doch da hat mir mein K2-basiertes Design einen Strich durch die Rechnung gemacht. Manche Kleinigkeiten sind noch nicht wieder wie vorher, aber dafür läuft jetzt wieder alles und ich versuche, halbwegs regelmäßig hier was zu posten. Immerhin gibt es ja doch ein paar mehr Stammleser, als ich gedacht habe …

Nach einem halben Jahr Funkstille auf meinem Flickr-Account gibt’s jetzt endlich wieder ein paar neue Bilder. Nichts Weltbewegendes, aber immerhin. Nebem dem obligatorischen Brandenburger-Tor-Bild gibt’s noch ein paar andere Dinge aus der Hauptstadt zusehen, Merkels Wohnzimmer zum Beispiel oder den neuen Hauptbahnhof. Schaut’s euch einfach mal an.