Das Leben der Anderen

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Deutschland 2006, 137 Minuten SternSternSternStern

Mitte der 80er Jahre wird in Ost-Berlin Stasi-Offizier Gerd Wiesner auf den Schriftsteller Georg Dreymann und seine Geliebte Christa Sieland angesetzt. Obwohl Dreymann als mustergültiger sozialistischer Künstler gilt, glaubt Wiesner steif und fest, daß an “dem was faul ist”. Und anfangs scheint es auch so, als hätte Wiesner da in ein Wespennest gestochen. Doch je mehr er sich mit Dreymann beschäftigt, je tiefer er in dessen Leben eindringt, um so deutlicher sieht er wie erniedirgen der Überwachungsapparat der Stasi ist und wie sich Menschen entwürdigen, um sich mit “dem System” zu arrangieren.

Ein äußerst sehenswerter Film, in vielerlei Hinsicht. Zum einen räumt er endlich mit dem ganzen Ostalgie-Zeugs auf, der einige Aspekte der DDR gnadenlos verharmlost. “Natürlich war nicht alles schlecht damals”, von vielem könnten wir (und auch die Politik) uns mal eine Scheibe abschneiden. Doch gerade der Stasi-Aspekt und die Bedeutung für die Betroffenen wird einem hier, gerade gegen Ende des Films, sehr eindrücklich vor Augen geführt.

Andererseits löst “Das Leben der Anderen” eines der Hauptthemen im deutschen Kino der letzten Jahre, den Nationalsozialismus ab und spricht ein nicht unwesentlicheres Thema an, nämlichen den ostdeutschen Überwachungsstadt (wobei man thematisch vielleicht sogar von einer Weiterführung vom Blockwart hin zum Stasi-Spitzel führen kann), deren Aufarbeitung längst überfällig ist.

Insgesamt lebt der Film aber nicht nur von der eindringlichen Handlung sondern auch von der phantastischen Darstellung der drei Hauptfiguren. Viele dürften ihn schon gesehen haben, wer’s noch nicht gemacht hat, dem sei er sehr ans Herz gelegt.

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