Am Samstag waren Liza und ich im English Theatre in der Nähe vom Platz der Luftbrücke und haben uns “The Harvest Chamber” von Ashley Brandt angesehen. Das Stück spielt 100 Jahre in der Zukunft, in der Menschen nur noch mit Maschinen interagieren und direkter Kontakt als ekelerregend gilt. Doch die menschliche Spezies dem Untergang geweiht ist, da sie keine Nachkommen mehr zeugen. Deshalb sollen GI7849 und GI3319 (in dieser Welt man hat keine Namen mehr) eine schwierige Aufgabe erfüllen, die mit vielen Hindernissen verbunden ist: einen Nachkommen zeugen.
Das Stück enthält viele kleine, gut platzierte Spitzen gegen die zunehmende Technisierung unseres alltäglichen Lebens, besonders im Hinblick auf die steigende Vernetzung und die Verlagerung menschlicher Kontakte und Beziehungen in die binäre Dimension. Interessant ist auch, dass Sexualität, ganz im Gegensatz zu heute, absolut negativ belegt ist, sogar der geringste Hautkontakt schon eine Reizüberflutung darstellt. Auch wenn viele Szenen durchaus komisch wirken, haben sie doch fast durchwegs einen recht ernsten Hintergrund, der zum Nachdenken und Hinterfragen anregt.
Doch das Stück ist nicht einfach nur plumper Kulturpessimismus, sondern identifiziert genau die Schwachstellen der digitalen Realität. Nämlich, dass der Mensch trotz (oder gerade wegen) der enormen kommunikativen Möglichkeiten, die uns die moderne Technologie bietet, es zusehends verlernt, menschlich zu interagieren.
Leider ist das Stück nicht mehr zu sehen, am Samstag war die letzte Vorstellung. Wie ich aus geheimen Quellen erfahren habe, könnte es im Herbst zu einer Wiederaufnahme des Stücks kommen. Sobald ich was Genaueres weiß, gibt’s hier nochmal ein kleines Update.

2006, 141 Minuten 



Iwo Jima bedeutet “Schwefel-Insel” und dementsprechend sieht es da auch aus. Es wächst nichts und das Wasser dort bekommt nur den wenigsten. Doch für das Militär des kaiserlichen Japan im Zweiten Weltkrieg ist Iwo Jima von immenser Bedeutung. Sie muß bis zum letzten Mann verteidigt werden, um die Sicherheit der Heimat zu gewährleisten. Ein hoffnungsloses Unterfangen, wie nicht nur die Offiziere selbst wissen: Die eigene Flotte ist vernichtet, die Luftunterstützung wurde abgezogen und die wenigen Panzer auf der Insel benötigen dringend Reparaturen. Doch als der neue Befehlshaber General Kuribayashi auf Iwo Jima eintrifft, gibt das den erschöpften und desillusionierten Soldaten neue Hoffnung. Es scheint fast so, als könnte er ihnen ihre Würde zurückgeben.
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Übers Wochenende habe ich Saarbrücken einen Kurzbesuch abgestattet, um endlich meine Diplomarbeit abzugeben. Juhu! Free at last! Endlich kann ich nach der Arbeit nach Hause kommen, ohne mich gleich wieder an den Rechner setzen zu müssen. Am kommenden Wochenende wird diese neu gewonnene Freiheit auch gleich genutzt, es werden Filme geguckt, die Wii strapaziert und ich werde eine altes Spiel wieder installieren, dass mir schon meine Zivi-Zeit verkürzt hat: Diablo II. Da werde ich mir im BattleNet einen richtig fetten Meleemancer hochzüchten.
Wenn es um die EU-Osterweiterung geht, maßen sich die Europäer an, den Beitrittsländern Nachhilfeunterricht in Sachen Demokratie und Gewaltenteilung zu erteilen. Würden sie nur lange genug nach Italien schauen, auf den Stiefel des Berlusconismus, dann müssten sie rot werden.
Treffender kann man es eigentlich nicht mehr sagen, oder?
[via sueddeutsche.de]

Man kennt das ja: ungeöffnete oder nur halbgelesene Dokumente landen oftmals auf dem Desktop und müllen den erstmal voll. Bis man sich dann wieder mal aufgerafft hat, das alles auszumisten, kann schon ein Weilchen ins Land gehen. Doch findige Designer machen aus dieser Not eine Tugend und gestalten aus eben diesem Desktopmüll ein digitales Kunstwerk, wie das obige. Nett anzusehen, aber ich vermute mal, daß Aufräumen dann doch schneller geht. Aber seht selbst!
[via Macenstein]
Published on April 8, 2008.
Tags: Google.

Sogar Google ist offenbar nicht davor gefeit, auch mal nicht verfügbar zu sein. Wenigstens wissen wir jetzt zwei Dinge. Zum einen ist wirklich, aber auch absolut gar nichts mehr sicher auf dieser Welt. Zum anderen, dass Google squid benutzt.
Im digitalen Zeitalter gibt es schon viele ziemlich verrückte Feiertage. Einer der bekannteren ist der Pi Day am 14. März bzw. 22. Juli. Auch ein netter “Feiertag” ist der Ungeburtstag, den man an im Prinzip an allen 364 Tagen feiern kann, wenn man nicht Geburtstag hat. Bei Wikipedia gibt es ein leider viel zu kurze Liste mit solch obskuren Festlichkeit.
Und morgen ist auch wieder so ein Tag: Der CSS Naked Day. An diesem Tag sollen man zu ehren der Webdesigner, alle Stylesheets von seiner Seite entfernen um zu zeigen, wie trist wenn auch noch immer funktional eine Seite im Netz aussehen kann. Für bequeme Hanseln wie mich gibt es dankenswerter Weise ein kleines Plug-in, was das macht. Und wenn man an diesem Tag gar nicht erst auf Webseiten geht, ist eh alles so wie immer. Fröhliches Ausziehen!
Wegen zweierlei Updates gab’s hier in den letzten Wochen leider nichts neues zu lesen. Zum einen haben Liza und ich unseren Wohnort gewechselt, wir sind nämlich jetzt in Berlin, wo wir auch arbeiten. Zum anderen habe ich letztes Wochenende Wordpress auf den neuesten Stand bringen wollen, doch da hat mir mein K2-basiertes Design einen Strich durch die Rechnung gemacht. Manche Kleinigkeiten sind noch nicht wieder wie vorher, aber dafür läuft jetzt wieder alles und ich versuche, halbwegs regelmäßig hier was zu posten. Immerhin gibt es ja doch ein paar mehr Stammleser, als ich gedacht habe …

Mit dem Slogan “Eine komplizierte Welt braucht eine gute Erklärung” wirbt die mexikanische Zeitung Milenio. Der Slogan ist nicht gerade neu und auch nicht sonderlich kreativ, doch das macht dafür die Werbung wieder wett. Und die einfache Gleichung, auf die George W. gebracht hat, ist nur eine von vielen, aber ganz sicher die eingängigste
[via reddit]